Reporting 1. Quartal 2021

Rückblick:

Ruhiger als erwartet, besser als von vielen Anlegern gefühlt. So könnte man kurz zusammengefasst die letzten drei Monate betiteln. Politisch ist vor allem aus den USA Ruhe eingekehrt und viele Länder sind derart stark mit sich und der Bewältigung von COVID19 beschäftigt, dass weltpolitische und wirtschaftliche Themen in den Hintergrund rücken. Der Umfang von Lockdown-Massnahmen ist je nach Region und Land unterschiedlich, haben aber die Welt nach wie vor fest im Griff.

Als Folge daraus werden auf allen Ebenen Milliarden versprochen, gedruckt und ausbezahlt und so bislang die Wirtschaft erfolgreich gestützt.

Die Performance der Aktienmärkte driftet je nach Region und Sektor teilweise stark auseinander, ist aber gesamthaft gesehen sehr erfreulich und grosse Korrekturen blieben meist aus.

Schwieriger wurde es für Anleger im festverzinslichen Bereich. Der Zinsanstieg bei den langfristigen Bonds (z.B. T-Bond in den USA) ist bemerkenswert und hat die Anleihenkurse teilweise schmerzhaft sinken lassen.

Der USD hat gegenüber dem CHF rund 6% und gegenüber dem EUR rund 4% gewonnen. Der EUR konnte sich im Vergleich zum CHF rund 2% verteuern.

Steigende Zinsen und ein stärkerer USD hat dem Goldpreis zugesetzt und so hat das gelbe Metall seit Jahresbeginn rund 11% verloren.

 

Ausblick:

Der Geldsegen an den Finanzmärkten scheint die gewünschten wirtschaftlichen Erfolge zu erreichen und so wird z.B. für die Schweiz im 2021 ein Wirtschaftswachstum von 2-3% erwartet. Viele Wirtschaftszweige florieren und erzielen Rekordgewinne. Auf der anderen Seite ist die Arbeitslosigkeit seit Messbeginn in der Schweiz auf höchstem Niveau und wird wohl weiter ansteigen. Führende Wirtschaftsländer dürften eher «gestärkt» und schneller aus der Krise kommen.

Vor ein paar Monaten war Inflation noch ein absolutes Fremdwort. In der Zwischenzeit werden erste Anzeichen bereits sichtbar und wird die Kurse von Realwerten wie z.B. Aktien und Immobilien weiter stützen. Aktienanleger dürfen auf stabile Dividenden und inflationsgerechte Preisanstiege hoffen, auch wenn diese tiefer als im Vorjahr zu erwarten sind.

Die Einschätzung der Anleihenmärkte gegenüber Jahresanfang können wir an dieser Stelle bestätigen und empfehlen die Duration eher kurz- bis mittelfristig zu halten und die Schuldner bewusst selektiv auszuwählen. Alternativen zu Anleihen wie z.B. Private Debt, Factoring oder Übergangsfinanzierungen von Wohnbauten bringen die gewünschten Erträge; hingegen müssen sich die Anleger über die eingeschränkte Handelbarkeit bewusst sein. Zudem ist eine ausgewogene Diversifikation sehr wichtig.

USD und EUR notieren technisch eher am oberen Ende des Preisbandes und auch der Anstieg des USD gegenüber dem EUR konnte bisher noch nicht als klarer Trend bestätigt werden. Wir bleiben deshalb weiter primär in der Referenzwährung unserer Anleger investiert.

Im alternativen Anlagebereich dürften es Edelmetalle mit eher steigenden Zinsen und stabiler Wirtschaftslage weiter schwierig haben. Sollten die Überschuldung der Staaten zum vordergründigen Thema und die Schuldenkrise von 2008 in Erinnerung gerufen werden, könnte sich das Bild massiv verändern.
Engagements in Öl haben bei dem aktuellen Kurs und den systemmässig hohen Rollkosten ein ungünstiges Risiko-/Ertragsverhältnis.