Reporting 2. Quartal 2019

Rückblick:
Die allgemein positive Börsenstimmung setzte sich am Anfang des zweiten Quartals fort, wurde dann aber durch den weiter anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA und China und die daraus resultierende Angst einer starken Abschwächung der Weltwirtschaft unterbrochen. Die Ankündi-gungen des amerikanischen Notenbankchefs Jerome Powel von möglichen Zinssenkungen sowie die Markterwartung, dass es doch noch eine Lösung beim Thema USA-China gibt, beendete die Talfahrt der Aktienmärkte und viele Aktienindices fanden zurück zu ihren Höchstwerten.

Nachdem viele Anleger bis vor kurzem mit weiter steigenden Zinsen in den USA und als Folge auch in anderen entwickelten Ländern erwarteten, änderte sich die Einschätzung durch die Aussagen von Powel markant. In der Folge sank der Zins auch für langfristige Anleihen in vielen Währungen. Dies führte zu steigenden Bondpreisen und fallenden Renditen.

Der USD büsste im Soge der Zinssenkungsfantasien gegenüber vielen Währungen an Wert ein. Dagegen hat sich der CHF gegenüber vielen Devisen einmal mehr verteuert und scheint als «si-cheren Hafen» weiter gesucht zu sein.

Gold konnte primär durch die tieferen US-Zinsen und den schwächeren USD zulegen. Der Ölpreis kam markant unter Druck und konnte sich durch den günstigeren USD nur bedingt erholen.

Ausblick:
Was passiert in den nächsten Wochen politisch und was wirtschaftlich? Werden sich USA und China einigen und wie geht der BREXIT oder der Schuldenstreit der europäischen Union mit Italien aus? Dies sind wohl die vordergründigen Fragen für Investoren.

Im Handelsstreit zwischen den USA und China erachten wir ein Szenario anlog dem mit Nordkorea als wahrscheinlich, sprich, es wird keine abschliessende Einigung erzielt, aber das Thema wird nicht weiter (medial) hochgehalten und gerät aus Anlegersicht in den Hintergrund. Das Gespenst BREXIT wird viele Politiker in Europa weiter stark beschäftigen, aber die Börsenwelt bewegt das Thema schon länger nicht mehr.

Nächste politische Themen werden mit Sicherheit folgen, doch scheint durch die zusätzlichen Zins-fantasien und nötigenfalls wohl auch weiterer Geldspritzen der Zentralbanken sowie eine weiterhin stabile Weltwirtschaft der Nährboden für Aktien weiter gut zu sein. Ebenfalls stimmen zum Beispiel Indikatoren wie die Investitionsbereitschaft von KMUs positiv für die Zukunft.

Als Folge dieser Faktoren bleiben wir weiter stark in Aktien-(indices) investiert, werden aber situativ bei Rückschlägen mittels Teilverkauf oder Absicherungsstrategie die Wertschriftenbestände ent-sprechend bewirtschaften und so die Volatilität der Märkte abzufedern versuchen.

Für Investoren im festverzinslichen Bereich hat sich die Situation durch die tiefen Zinsen weiter verschärft und eine ansprechende Rendite kann praktisch nur erzielt werden, wenn die Risikobe-reitschaft bei den Schuldnern, den Laufzeiten oder den Währungen erhöht wird. Alternativ können spezielle Anlageformen wie Private Debt oder Factoring interessante Portfolioergänzungen darstel-len. Anleger müssen aber bereit sein, eine eingeschränkte Handelbarkeit in Kauf zu nehmen.

Ohne Intervention der Schweizerischen Nationalbank dürfte der CHF auch in naher Zukunft gegen-über vielen Währungen eher stark notieren und Fachpressen schreiben bereits, dass Schweizer Firmen auch mit einem EUR/CHF-Kurs von 1:1 klarkommen müssen. Der USD dürfte im Soge wei-terer Zinssenkungsfantasien gegenüber vieler Währungen weiter unter Verkaufsdruck bleiben.

Viele alternative Anlagen und Metalle sind nach wie vor in einem negativen Trend. Auch der Ölpreis hat markant an Wert eingebüsst und ein Neuengagement steht bei entsprechendem Kaufsignal auf dem Radar. Gold wird in den nächsten Wochen beweisen müssen, ob der Preisanstieg nachhaltig war oder ob einmal mehr die Zugewinne wegschmelzen.