Reporting 2. Quartal 2021

Rückblick:

Die Geldflut der Zentralbanken, die stabilen Wirtschaftszahlen und die vielerorts sinkenden Fallzahlen von Covid-19 haben auch das zweite Quartal geprägt. Die Euphorie der Anleger vieler Anlageklassen wurde gestärkt und Kursrückschläge wurden meistens für Zukäufe genutzt. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession ist weiter gesunken und im Gegenzug mehrten sich die Stimmen einer inflationären Tendenz.

Nach einer Verschnaufpause haben die Aktienmärkte ab zweiter Maihälfte wieder an Dynamik gewonnen und teilweise historische Höchststände erreicht. Beachtlich sind nach wie vor die regionalen und sektorenmässigen Unterschiede in der Kursentwicklung.

Obwohl z.B. der Zinssatz für langfristige US-Staatsanleihen wieder gesunken ist, haben viele Bondengagements seit Jahresbeginn keinen positiven Beitrag leisten können. Hingegen konnten Substitute wie Private Debt, Factoring etc. gute Erträge ausweisen.

Die Kursanstiege von USD und EUR gegenüber dem CHF kamen im zweiten Quartal unter Druck und waren zwischenzeitlich praktisch kompensiert, bevor beide Währungen wieder zur Stärke neigten. Der EUR kämpfte gegenüber dem USD und notiert gegenüber Jahresbeginn knapp 3% tiefer.

Gold kam im Juni stark unter Druck und notiert mittlerweile unter Preisniveau von Jahresbeginn.

 

Ausblick:

Die politische Rückendeckung für Entlastungen, Unterstützungen und Förderungen findet global über die Parteigrenzen hinweg praktisch vorbehaltslos statt. Auch drucken Zentralbanken weiter fleissig Geld und halten die Zinsen auf Rekordtief.

Die Frage nach der Rückführung der Kredite und dem Abbau der Staatsverschuldung scheint (noch) absolut kein Thema zu sein.

Eine höhere Inflation, wohl auch über den meist von Industrieländern angestrebten 2%, scheint immer wahrscheinlicher. Dies könnte aber durchaus auch gewollt sein, da somit Staatsschulden kaufkraftmässig weniger werden und mittels Lohnausgleich und Lohnerhöhungen die Steuerprogression und als Resultat auch die Steuereinnahmen steigen.

Kurzfristig kann die Börsenparty für Aktienanleger durchaus auch mal wieder zur Nervenprobe werden und wir empfehlen deshalb weiterhin eine konsequente und laufende Risikoeinschätzung mit dynamischer Aktienquote. Mittel- und langfristig scheinen Realwerte wie Aktien und auch ausgesuchte Immobilien den grössten Kaufkrafterhalt zu garantieren.

Mit zunehmender Erwartung von Inflation dürfte auch das historisch tiefe Zinsniveau hinterfragt werden. Ob merkliche Zinsanstiege bereits im 2021 erfolgen, wird sich zeigen. Dennoch empfehlen wir auch hier mittels aktiver Überwachung die Duration und das Kredit-Rating laufend einzuschätzen und dynamisch zu verwalten. Börsen- und teilweise wirtschaftsunabhängige Alternativen z.B. Zweitmarkt für Lebensversicherungen oder spezielle Wohnbaufinanzierungen haben weiterhin ein gutes Risiko- und Ertragsverhältnis.

Die Währungspaare USD/CHF, EUR/CHF und EUR/USD zeigen bisher keine klare Tendenz, weshalb wir empfehlen, die Engagements grossmehrheitlich zu Gunsten der Referenzwährung abzusichern.

Analog der Währungspaare können wir auch im Metall und Edelmetall sowie im Ölpreis aktuell keine klare Tendenz erkennen, weshalb wir bis auf weiteres keine Position aufbauen.

Die Volatilität der Kryptowährungen ist historisch hoch und hat jüngst viele Investoren auf dem falschen Fuss erwischt. Wir sehen bei guter Diversifikation und technischer Analyse durchaus gute Ertragschancen, empfehlen aber eine entsprechend kleine Positionsgrösse.