Reporting 3. Quartal 2019

Rückblick:
Das Bild des zweiten Quartals setzte sich im Berichtsquartal fort. Die Aktienmärkte bewegten sich mit gefühlt hoher Volatilität, wobei meistens die implizite Volatilität tiefer ausgewiesen wurde. Das Marktgeschehen wurde primär von politischen Tweets rund um den Handelskrieg zwischen den USA und China, von einer sich abschwächenden Weltwirtschaft und von Interventionen und Zins-senkungen der Zentralbanken bestimmt. Da sich die positiven und negativen Nachrichten in etwa die Waage hielten, haben sich die meisten Aktienindices in den letzten drei Monaten nur leicht, meist positiv, verändert.

Der Rückgang bei den Staatsanleihen vieler Währungen hat sich bis Anfang September fortgesetzt, danach hat eine erste Gegenbewegung der Zinsen stattgefunden. Dennoch wird von den meisten Ökonomen einheitlich ein tiefes Zinsniveau für die nächsten Monate, ja Jahre erwartet und in EUR und CHF ist somit weiter mit Negativzinsen für Kontoguthaben zu rechnen.

Trotz sinkenden Zinsen in den USA konnte der USD gegenüber CHF und EUR an Wert zulegen, be-wegte sich aber gegenüber dem CHF weiterhin in einer relativ schmalen Bandbreite. Der EUR hat sich gegenüber dem CHF weiter leicht abgeschwächt.

Gold konnte im Soge der politischen Machtkämpfe zwischen USA und China sowie dank tieferen US-Zinsen stark an Wert zulegen. Als Folge der Angriffe der Saudi-arabischen Erdölfelder verteuer-te sich Öl innerhalb eines Tages um mehr als 10%, hat aber seither wieder an Wert eingebüsst.

Ausblick:
Ohne weiteren Geldsegen der Zentralbanken wäre die Börsenparty wohl längst zu Ende. Die Bereit-schaft dem Markt praktisch unbegrenzt Geld zuzuführen und zusätzlich die Zinsen tief, ja negativ zu halten, dürfte den Befürchtungen von einer sich weiter abschwächenden Weltkonjunktur entge-genwirken. Die nahenden US-Präsidentschaftswahlen und damit die steigende Wahrscheinlichkeit einer Einigung oder zumindest eines medialen Boxenstopps im Handelsstreit zwischen den beiden Grossmächten könnte den globalen Aktien weiter Auftrieb geben. Zudem werden wohl China und Europa Förderprogramme zur Stärkung der eigenen Wirtschaft lancieren respektive weiter aus-bauen.

Die weltweit steigende Verschuldungsraten, der ungelöste Brexit, politische Instabilität in Italien sowie geopolitische Risiken im mittleren Osten sind nur einige Wolken am Börsenhimmel. Auch ist die Auswirkung des zentralen Geldsegens mittel- und langfristig ungewiss und so bleiben die Akti-enbörsen trotz fehlenden Alternativen vor Rückschlägen nicht gefeit. Wenn gleichzeitig mehrere dieser Faktoren negativ zusammen kommen, sind auch grössere Kurseinbrüche nicht auszu-schliessen.

Wir bleiben dabei, dass es in den nächsten Monaten situativ unerlässlich sein wird, die Aktienposi-tionen direkt mittels Verkäufen oder Absicherungsstrategien zu sichern.

Die Situation für Anleger in festverzinslichen Anlagen stellt sich weiter sehr schwierig dar. „Risiko-freie“ Erträge in EUR und CHF sind längst nicht mehr möglich. Nach den Zinssenkungen im USD hat sich die Ertragschance auch hier verschlechtert.
Alternativ investieren wir breit diversifiziert in Factoring und Private Debt. Beide Anlageformen wer-fen attraktive und regelmässige Zinszahlungen ab und korrelieren wenig mit dem Börsengesche-hen.

Im Grundsatz wird der CHF gegenüber USD und EUR weiter als sicheren Hafen gesucht sein. Je nach Intervention der SNB wird sich dies im Kurs mehr oder weniger auswirken. Beim EUR/USD-Kurs ist das Momentum für den USD weiterhin positiv.

Im Commodity-Bereich ist eine Prognose schwierig und klare Trends auch mittels quantitativem Research nicht möglich. Auch beim Ölpreis reichen kurzfristige Preisausschläge auf Grund militäri-scher Aktivitäten für eine mittel- bis langfristige Anlagestrategie nicht aus. Gold könnte, je nach weiterem Verlauf der verschiedenen Krisenherde, als mittelfristige Alternativanlage weiter in den Mittelpunkt rücken.