Reporting 4. Quartal 2020

Rückblick:

Emotional wurde das vierte Quartal weiter von Corona geprägt und die zweite Welle hat das Weltgeschehen massiv beeinflusst. Wurde noch vor wenigen Monaten ein zweiter Lockdown für wenig wahrscheinlich gehalten, ist dieser in vielen Ländern traurige Realität. Die wirtschaftlichen Folgen werden von der Politik bisher nicht beziffert, jedoch werden weiterhin fleissig Notkredite in unvorstellbarer Milliardenhöhe gesprochen und ausbezahlt.
Die amerikanische Präsidentschaftswahl ging klarer als vorausgesagt an Joe Biden. Dies scheint es dem amtierenden Präsidenten Donald Trump schwierig zu machen, die Rechtmässigkeit der Wahl erfolgsversprechend anzufechten.

Die globalen Aktienmärkte haben gestützt auf die Geldspritzen ihren Anstieg weiter fortgesetzt und es waren erneut primär amerikanische und Technologie-Werte, welche stark gefragt waren.

Trotz des Geldsegens am Kapitalmarkt sind die Zinssätze für langfristige Anleihen z.B. auf den amerikanischen T-Bonds wieder leicht angestiegen. Die kurzfristigen Zinssätze blieben auf tiefem Niveau.

Der EUR hat sich im vierten Quartal nur unwesentlich gegenüber dem CHF verteuert; der USD hat gegenüber dem CHF und dem EUR markant an Wert eingebüsst.

Gold konnte trotz schwachen USD nicht an Wert zulegen; hingegen waren Industriemetalle wie Silber oder Kupfer in der Gunst der Anlegerschaft.

 

Ausblick:

Es werden dem globalen Kapitalmarkt weiter hunderte von Milliarden für die Stützung der Wirtschaft und Abwendung von Notständen zugeführt. Der Start der Corona-Impfung ist erfolgt und lässt auf ein baldiges Ende der Pandemie hoffen. Wie die zusätzlichen Staatsschulden abgebaut werden, scheint vorderhand noch nicht im Fokus der Politik und der Finanzmärkte zu sein.

Der finale Abgang des noch amtierenden US-Präsidenten und die besser erwartete Einschätzbarkeit des neuen Präsidenten Joe Biden lassen zusätzliche Phantasie an den Börsen aufkommen.

Gestützt vom Geldsegen der globalen Zentralbanken, von rekordtiefen Zinsen und einer weiterwachsenden Weltbevölkerung wird aus heutiger Sicht kein Weg an Realwerten vorbeiführen… Dies haben wir im letzten Quartal geschrieben und es gilt auch weiterhin für langfristige Anleger. Hingegen haben sich technisch die globalen Aktienmärkte in den letzten drei Monaten stark verteuert und wurden dadurch für eine Gewinnmitnahme anfälliger. Entsprechend haben wir in den letzten zwei Monaten die Liquiditätsquote erhöht und werden diese bei allfälligen Rückschlägen wieder für den Aufbau und das Rebalancing der Aktienwerte verwenden.

Für Investoren von klassischen Anleihen mit top Rating dürften die nächsten Monate eine Geduldsprobe werden. Die Verfallsrenditen sind im CHF und im EUR negativ und auch im USD nur marginal. Das heisst, dass selbst bei gleichbleibenden Zinssätzen kein Geld verdient werden kann, jedoch bei einer Inflation kontinuierlich Kaufkraft verloren geht.

Wir empfehlen hier Alternativen zu prüfen und je nach Risikobereitschaft allenfalls zu Gunsten anderer Anlagen zu optimieren. Von grösseren Umschichtungen in Risikowährungen raten wir ab.

Währungsmässig dürften die nächsten Monate aus CHF-Sicht spannend bleiben. Die jüngsten Anschuldigungen aus den USA, wonach die Schweizerische Nationalbank wegen Stützkäufen von EUR und USD angeprangert wird, müssen durchaus ernst genommen werden. Zudem werden die politischen Interventionen von Joe Biden ebenfalls enormen Einfluss auf den USD-Kurs haben. Eine klare Einschätzung zum heutigen Zeitpunkt erachten wir als äusserst anspruchsvoll, weshalb wir ein Hedging zu Gunsten der Referenzwährung weiterhin als angebracht betrachten.

Bei alternativen Anlagen rücken Metalle (Edel- und Industriemetalle), Kunst, Immobilien aber auch Kryptowährungen im Umfeld von teilweise fehlenden Anlageideen weiter in den Vordergrund. Wir empfehlen entsprechende Engagements z.B. in Kryptowährungen genau zu prüfen und die Handelbarkeit zu beachten.