Reporting 4. Quartal 2021

Rückblick:

Viel Geld, sehr viel Geld «musste» auch im Schlussquartal investiert werden und mit der vermehrten Weitergabe allfälliger Negativzinsen an die Endkunden wurde der «Anlagenotstand» noch verstärkt. Die Wirtschaft zeigte sich gewohnt sehr robust und getrübt wurde die Partylaune in vielen Sektoren einzig durch Lieferengpässe. Inflationäre Tendenzen und das Vertrauen in staatliche Hilfspakete haben Realwerte weiter in die Gunst der Anleger gebracht. Die Spätfolgen der lockeren Geldpolitik und auch die neuste Variante des Covid-Virus beunruhigte weiterhin nur wenige Investoren.

Nach guten Avancen der Aktienmärkte im Oktober brauchten viele Aktienindices eine kurze Verschnaufpause und wurden durch Gewinnmitnahmen belastet. Im Dezember konnten jedoch viele Aktienwerte zu neuen Höchstkurzen avancieren. Sektoren wie Wasser oder IT waren gegenüber vielen «Value Aktien» im Vorteil.

Die Zinssätze für langfristige Staatsanleihen sind in den USA, wie auch in Europa weiter leicht angestiegen und haben das Anlagejahr für festverzinslich orientierte Anleger sehr schwierig gestaltet.

Der EUR hat sich gegenüber dem CHF und dem USD weiter verbilligt und notiert zur Schweizer Währung historisch tief, zum USD auf langfristigem Durchschnittskurs. Der USD/CHF-Kurs näherte sich langsam dem bisherigen Allzeittief.

Die Erwartung abflachender USD-Zinsanstiege und die Suche nach Inflationsschutz haben (Edel)-Metallen wie Gold und Silber zu erneuten Kursanstiegen verholfen.

Ausblick:

Welche Alternativen gibt es zu Realwerten? So lautete die Frage vor drei Monaten und so lautet die Frage noch heute. Die Antwort bleibt dieselbe, nämlich dass es wohl keine Alternativen gibt, zumindest nicht für die nächsten Wochen und Monate. Und trotzdem scheinen Themen wie der Regierungswechsel in Deutschland sowie die Auswirkungen des Omikron-Virus mit den erneuten Reisebeschränkungen spurlos an der Anlegerschaft vorbei zu gehen und auch mahnende Stimmen, welche hinterfragen, wie der Geldberg wieder abgebaut werden soll, finden (noch) kein Gehör.

Es gibt bereits einzelne technische Anzeichen von historischen Aktienrückschlägen und wir favorisieren deshalb krisenresistente und qualitativ hochstehende Blue Chips, sowie Engagements mit ausgewiesenem Risk Management. Zudem könnte sich eine situative Absicherung in den nächsten Tagen/Wochen durchaus anbieten. Vorzeitig komplett aus Aktienengagements auszusteigen raten wir ab, da nicht investiert sein auch ein Risiko bedeutet ­­- nämlich entgangener Kursgewinn. Zudem ist der Zeitpunkt für den erneuten Einstieg erfahrungsgemäss schwieriger zu finden, als für einen möglichen Ausstieg.

Alternativen zu klassischen Bonds, jedoch mit eingeschränkter Handelbarkeit, bleiben für uns klare Favoriten im festverzinslichen Bereich. Hier lassen sich börsenunabhängig je nach Währung Renditen von 3-8% pro Jahr erzielen. Durationsmässig bleiben wir generell weiterhin eher kurz- bis mittelfristig investiert.

Wir empfehlen Fremdwährungen grossmehrheitlich gegen die Referenzwährung abzusichern, da mögliche Interventionen seitens der Nationalbanken Kurse über Nacht zu einer Trendwende führen können.

Auf der Suche nach Alternativen zu Aktien und Immobilien sowie Investitionsmöglichkeiten im potentiellen Sog einer Abschwächung der Zinsanstiege in den USA können Edelmetalle wie Gold und Silber profitieren.

Unter dem gleichen Aspekt können Kryptowährungen mit einem Anteil von 1-2% des Vermögens im Portfolio beigemischt werden. Hier gilt es die Seriosität des Anbieters und die Volatilität vorab zu prüfen.

 

Diese News dient allein zu Informationszwecken und stellt insbesondere kein Angebot zum Kauf, Verkauf oder zur Zeichnung dar. Ebenfalls stellt es in keiner Form eine Beratung dar.